Vom 20. bis 23. November fanden in der Tennishalle Cham-Altenmarkt die Völkl-Indoors (DTB-Kategorie A5) statt, welche in diesem Jahr erstmals durch das parallel ausgetragene Damenturnier PJ Babolat Indoors (Kategorie A6) ergänzt wurden. Beide Wettbewerbe waren hochklassig besetzt und erwiesen sich als voller Erfolg – sehr zur Freude der Zuschauer, die durchweg spannende Begegnungen zu bestaunen hatten. Nach der gelungenen Premiere ist das Damenturnier bereits für das kommende Jahr parallel zur Herrenkonkurrenz fest eingeplant.
Völkl-Indoors: 18-jähriger Vincent Dullinger sorgt für Überraschung
Das Herrenturnier, das seit 2008 als DTB A5-Turnier ausgetragen wird, verzeichnete in diesem Jahr über 60 Meldungen. Das Hauptfeld war auf 24 Direktannahmen sowie acht Qualifikanten begrenzt. Die 24 Qualifikationsteilnehmer spielten bereits ab Donnerstag Nachmittag die Endrundenplätze aus. Für einen direkten Platz im 32er-Hauptfeld war eine Platzierung in den Top-500 der Deutschen Rangliste nötig.
Bereits in der Qualifikation sorgte Rot-Weiß-Spieler Wolfgang Liebl für Aufsehen: Mit einer Wildcard setzte er sich im Matchtiebreak gegen den um vier Leistungsklassen besser eingestuften Dominik Drozny vom ASV Burglengenfeld durch und lieferte anschließend gegen Ben Hornecker (DR 620) ein hochklassiges Match ab. Liebl führte dort mit 7:5 4:0, ehe Hornecker sein Spiel umstellte und so Liebl in den Tiebreak des zweiten Satzes und schließlich in den Matchtiebreak zwang, wo Liebl knapp unterlag. Ebenfalls mit einer Wildcard in der Qualifikation forderte der Chamer Neuzugang Luis Schönberger den deutlich favorisierten Marcel Zwetzig von der TG Neunkirchen, wobei letzterer das Spiel mit 7:6 6:2 für sich entschied. Ammar Pasanovic und Erik Weidenbach als weitere Rot-Weiß-Spieler hatten in ihren Partien hingegen wenig Chance.
Eine Wildcard für das Hauptfeld erhielt Benedikt Wittmann aus der ersten Chamer Mannschaft. Gegen Mikael Modali aus Regensburg ging Wittmann mit 6:3 5:2 in Führung, gab diesen Vorsprung jedoch noch aus der Hand, vergab einen Matchball im Tiebreak und unterlag schließlich in drei Sätzen.
Im oberen Tableau setzten sich erwartungsgemäß der Topfavorit und Titelverteidiger Marcel Strickroth (TC Rot-Blau Regensburg, DR 71) sowie Mike Steib (WB Würzburg, DR 126) bis ins Halbfinale durch. Strickroth hatte insbesondere in Achtel- und Viertelfinale hart zu kämpfen und kam jeweils in engen Drei-Satz-Spielen weiter. So dauerte sein Viertelfinalmatch bis nach ein Uhr nachts. Steib zeigte sich dagegen deutlich konstanter und erreichte das Halbfinale nach drei klaren Zwei-Satz-Siegen. Im Halbfinale musste Strickroth dem anstrengenden Turnierverlauf Tribut zollen und unterlag Steib in drei Sätzen.
In der unteren Tableauhälfte überzeugte der 18-jährige Vincent Dullinger (TC Großhesselohe, DR 177), der bis zum Halbfinale in drei Matches lediglich fünf Spiele abgab. Unter anderem schlug er den zweifachen Champion Sebastian Schießl aus Straubing deutlich in weniger als einer Stunde Spielzeit. Im Halbfinale setzte sich Dullinger gegen Jan Smrcka (TC Weissenhof Stuttgart, DR 203) mit 7:6, 6:2 durch. Hier war Power-Tennis geboten: Vorhand und Rückhand mit viel Tempo, Smrcka kam mit seinen Aufschlägen auf weit über 200 km/h.
Auch das Finale bot Tennis auf Augenhöhe und sehenswerte Ballwechsel. Dullinger gelang in beiden Sätzen jeweils das entscheidende Break und er gewann verdient den Titel. Für den 18-Jährigen, der nach einer langwierigen Verletzung sein Comeback feierte und künftig am College in den USA Tennis spielen wird, bringt der Sieg viele wichtige Ranglistenpunkte sowie 650 Euro Preisgeld. Finalist Mike Steib erhielt 350 Euro. Dullinger ist damit erst der achte Sieger in der Geschichte dieses Traditionsturniers.
Ein besonderer Dank gilt dabei dem Hauptsponsor Völkl, der durch Werner Haimerl mitunter beim Finalspiel vertreten war.
Premiere der PJ Babolat Indoors: Favoritin Sofia Markova gewinnt gegen 17-jährige Lara Wagner
Das erstmals parallel durchgeführte Damenturnier (Kategorie A6, 800 Euro Gesamtpreisgeld) war mit 24 Anmeldungen ebenfalls gut nachgefragt; ins 16er-Hauptfeld gelangten die Spielerinnen nur über einen Platz in der Deutschen Rangliste oder per Wildcard. Von Beginn an war hohes Niveau geboten: Die an Eins gesetzte Sofia Markova (DR 80) hatte in der ersten Runde gegen das erst 13-jährige Talent Carla Pollmüller große Mühe, setzte sich aber knapp in zwei Sätzen durch. Anschließend zog Markova mühelos mit Siegen gegen Alissia Gleixner und Jasmin Fleischer, die im Viertelfinale gegen Alissa Kuchynka siegte, ins Finale ein.
Franziska Messerer vom TC Rot-Weiß erhielt eine Wildcard, musste sich jedoch früh ihrer gleichaltrigen Trainingskollegin bei der Tennisschule PJ, Lara Wagner, geschlagen geben. Wagner dominierte das Feld, ließ den beiden gesetzten Spielerinnen Jana Bögner (DR 84) und Alexandra Lutz (DR 87) keine Chance und marschierte souverän ins Finale. Vor vielen Zuschauern führte Wagner dort gegen die favorisierte Markova sogar mit 5:3 im ersten Satz, konnte den Vorsprung aber nicht ins Ziel retten und verlor den ersten Satz im Tiebreak. Im zweiten Satz geriet sie schnell mit 0:3 in Rückstand, kämpfte sich noch einmal heran, musste sich jedoch mit 3:6 geschlagen geben. Trotz der Niederlage ein sehr bemerkenswertes Turnier und ein großer Erfolg für das Nachwuchstalent Wagner.
Sofia Markova gewann das Turnier ohne Satzverlust, sammelte wichtige Punkte für die Deutsche Rangliste und freute sich über das Preisgeld von 400 Euro.
Ein großer Dank gilt Oberschiedsrichter Sven Jachens, der beide Turniere gewohnt souverän leitete. Ebenso danken die Veranstalter den Sponsoren Völkl, der Firma Josef Rädlinger, REWE Andreas Bortar, Plexipave, Werner Rädlinger sowie der Tennisschule PJ mit Babolat für die Unterstützung.